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Bericht des
niederländischen Kanadiertreffens vom 16. – 17. September 2006
In den
Niederlanden gibt es für Kanadierliebhaber zwei feste Veranstaltungen:
Eine im Frühjahr und eine im Spätsommer. Das Kanadiertreffen am zweiten
Septemberwochenende fand nun schon zum dritten Mal in Folge statt, und
zwar in Ossenzijl, einem kleinem Dorf in typisch holländischer Umgebung.
Dieses Treffen bietet ein ausgewogenes Angebot aus schönen Ausfahrten
unterschiedlicher Länge und die Möglichkeiten, in verschiedenen Workshops
noch etwas dazu zu lernen. Der Naturpark "De Weerribben", ein Niedermoor
und ehemaliges Torfgewinnungsgebiet, bietet kleine und große, schnurgerade
und romantisch gewundene Kanäle durch Wald, Wiesen und Röhricht. Es gibt
aber auch größere geschützte Wasserflächen, die sich ausgezeichnet für
Kanukurse eignen, oder zum Üben von Manövern und Paddelschlägen. Der
Jachthafen mit angeschlossenem Campingplatz ist sehr modern ausgestattet
und in der Nachsaison ist dort jede Menge Platz für die Zelte und Tipis
der Kanadierfreunde, eine Voranmeldung ist daher nicht erforderlich.
Weil für
das Wochenende vom 9. und 10 September ausgezeichnetes Wetter angekündigt
war, kamen die ersten Teilnehmer schon am Freitag angereist, um die ersten
Ausfahrten in die Umgebung zu genießen. Am Samstag morgen eröffnete Arij
van der Kooij dann das Kanutreffen mit einer einleitenden Ansprache. Weil
vermutlich aber noch nicht alle Teilnehmer eingetroffen waren, starteten
die Ausfahrten erst eine Stunde später, doch die Zwischenzeit wurde gut
genutzt mit diversen Vorbereitungen und genüßlichem Fachsimpeln übers
Kanadierpaddeln.

Außer einer
Runde durch den Naturpark mit Lehrmöglichkeit wurde auch eine Tagestour
über die südlicher gelegenen Seen des Naturgebietes "De Wieden" angeboten.
Bei der Seentour ging es um das Erleben der großen offenen Wasserflächen,
des Windes, der Wellen und um Effizienz. Die Teilnehmer an der kleineren
Tour hatten währenddessen die Gelegenheit, ihre Paddeltechnik
aufzupolieren. Beide Gruppen wurden von ausgebildeten Instrukteuren
begleitet, die während des ganzen Wochenendes mit ihrem Wissen und ihrer
Erfahrung zur Verfügung standen. Zwischen 16 und 17 Uhr waren dann alle
Kanuten wieder zurück, worauf es das in den Niederlanden übliche frühe
Abendessen gab. Die Abenddämmerung war später die Kulisse für
eindrucksvolle Demonstrationen im Freestyle-Fahren. Bei Musik und
Scheinwerferlicht präsentierten Solo- und Tandempaddler ihre elegantesten
Schläge und Manöver. Es gab viel Applaus, selbst von einigen Yachten war
Klatschen zu hören. Windstille ist für die Freestyler ideal, für das
Publikum allerdings weniger, weil die Stechmücken dann zum Angriff blasen.
Darum mußten sich die Zuschauer mit unbedeckten Körperteilen irgendwann
notfallmäßig zurückziehen, um sich in die schützende Nähe eines
Lagerfeuers zu begeben oder etwas anzuziehen.
Der
Sonntagmorgen wurde für zwei Workshops genutzt. Solofahrer konnten an
ihrem Vorwärtsschlag und der J-Korrektur arbeiten, Tandembesatzungen
überprüften und verbesserten ihre Grundschläge und -manöver. Danach wurde
schnell etwas gegessen, und noch vor 12 waren alle am Start für die
gemeinsame Nachmittagstour. Wie wir leider schnell feststellen mußten,
hatten der Nationalpark und das schöne Weter offensichtlich viele
Wochenendtouristen angelockt. Doch zum Glück kannten unsere Tourleiter
Kanäle und Routen, die der Durchschnittstourist normalerweise nicht zu
Gesicht bekommt. Trotz alledem, mit 40 Booten auf einem eng gewundenen
Gewässer von manchmal weniger als 2 m Breite wird es schon mal eng...
Wegen des
anhaltend schönen Wetters beschlossen einige Teilnehmer spontan, einfach
noch den Montag dranzuhängen. So wurde aus einem Kanuwochenende für manche
sogar noch ein Kurzurlaub.
Nächstes
Jahr, ebenfalls am zweiten Septemberwochenende, steht wieder ein
Kanadiertreffen auf dem Programm. Natürlich wird es nicht genau den
gleichen Ablauf geben, denn über den wird an Ort und Stelle entschieden:
Das Wetter, die Wünsche der Teilnehmer und die Ideen der Instrukteure
werden bestimmen, wie das Programm letztendlich aussehen wird.
Eins steht
aber schon fest: Es steht wieder eine Freestyle-Demonstration auf dem
Programm, diesmal aber mit Live-Musik als Untermalung! Ein kleines
Orchester mit 12 Musikern hat sich bereit erklärt, die Vorführung von
einer schwimmenden Plattform aus zu begleiten. Paddler, die ihre Künste
vorführen und auf die Musik abstimmen wollen, können die Stücke sobald sie
bekannt sind runterladen von ww.openkanotreffen.nl.
Vielleicht
ein Anlaß, 2007 mal einen Blick auf die andere Seite der Grenze zu werfen?
Arij van
der Kooij
www.openkanotreffen.nl
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