Einsteigertip (2)
den Canadier richtig
trimmen
Der richtige Trimm des Bootes wird oft
unterschätzt. Viele Probleme mit dem Steuern und Kurs halten resultieren aus einem
falschen Trimm des Canadiers. "Wir können machen was wir wollen, das Boot dreht
immer wieder nach links!" oder "Bei Wind geht nur noch ein Doppelpaddel!"
Im Tandemcanadier ist dann immer der andere Paddelpartner Schuld, wenn es dann nicht so
läuft, bei Paaren natürlich immer die vorn sitzende Ehefrau. Die folgenden Abbildungen
zeigen vereinfacht, wie es besser geht.
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| Falsch:
Seltsamerweise sieht man relativ häufig solche und ähnliche Bilder. Der Schwerpunkt und
Drehpunkt des Bootes befindet sich nicht in der Mitte, sondern viel weiter hinten. Die
Kiellinie ist erheblich kürzer, die breiteste Stelle der Wasserlinie ist deutlich
schmaler. Das Boot liegt instabil auf dem Wasser, das Risiko zu kentern ist deutlich
höher. Der Bug ragt als "Windfahne" in die Höhe, schon bei einem leichten Wind
ist das Boot kaum auf Kurs zu halten. Auch wenn man z.B. durch Gepäck das Boot gerade auf
dem Wasser liegt, kann aus der Position im Heck das Boot nur schlecht manovriert werden,
da der Paddler keine Steuerschläge vor dem Drehpunkt des Bootes machen kann, die
besonders wirkungsvoll sind. |
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Richtig: Das
Boot liegt gerade auf dem Wasser. Der Schwerpunkt und der Drehpunkt des Bootes befinden
sich in der Bootsmitte. Der Canadier kann die konstrukionsbedingten Eigenschaften voll
entfalten und die besten Laufeigenschaften zur Geltung bringen. Sollte eine Änderung des
Trimms notwendig sein (z.B. bei Wind), sind nur noch kleine Veränderungen, wie das
Verschieben eines Gepäckstückes notwendig. Es ist erstaunlich, welche Auswirkungen auf
den Lauf des Canadiers schon kleine Veränderungen des Trimms haben. |
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| Richtig: Solo im
Tandemcanadier plaziert man sich nahe der Mitte, ein improvisierter Sitz (z.B: Packsack)
macht die Sache bequemer. Der Schwerpunkt (also auch der Drehpunkt) des Bootes befindet
sich in der Mitte. Das Boot kann seine Eigenschaften zur Geltung bringen. Der Paddler kann
auch mit Paddelschlägen und Manövern vor dem Drehpunkt das Boot viel effektiver
steuern, als vom Heck. |
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Unter Fahrt
wandert der Drehpunkt (blaues Kreuz) des Bootes in Abhängigkeit der Geschwindigkeit nach
vorn und liegt nicht mehr beim Schwerunkt des Canadiers. Der Bug wird vom anströmenden
Wasser "in der Spur" fixiert, während das abfließende Wasser das Heck eher
"frei schwingen" läßt. Aus diesem Grund sind z.B. Kurskorrekturen am Bug
wesentlich wirkungsvoller, als heftige Steuerschläge am Heck. Durch diese Verlagerung des
Drehpunktes resultieren aber auch wieder Probleme beim Kurshalten bei seitlichen Winden. |
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| Wind ist eine
häufige Quelle für Probleme beim Paddeln, davon abgesehen, kommt er sowieso immer aus
der falschen Richtung. Da der Drehpunkt unter Fahrt nach vorn wandert, findet der Wind
zwei unterschiedliche "Hebel" am Boot vor. An dem längeren Hebel kann ein
seitlicher Wind nun das Bootsheck permanant aus der Spur drücken, so daß die Paddler
einen erheblichen Teil ihrer Kraft in Kurskorrekturen verwenden müssen. |
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Besser ist es,
wenn bei einem seitlichen Wind der Canadier leicht hecklastig (z.B. Verschieben eines
Gepäckstückes) getrimmt wird. So liegt unter Fahrt der Drehpunkt des Bootes annähernd
im Schwerpunkt bzw. Mittelpunkt, der Wind drückt an zwei Hebeln, die gleich lang sind.
Das Heck kann nicht mehr aus dem Kurs gedrückt werden. Hier wirken sich schon kleine
Veränderungen spürbar aus. Auch bei Winden, die mehr von hinten kommen, ist diese
Veränderung des Trimms hilfreich, beim Gegenwind ist diese Trimmänderung nicht nötig.
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