Einsteigertip (1)

Einsteigen, Aussteigen, richtige Körperhaltung im Boot

 

richtig einsteigen

Einsteigen: Oberkörper für tieferen Schwerpunkt nach vorn beugen, Fuß in die Mitte des Bootes, dann beide Hände auf den Süllrand, Gewicht gleichmäßig auf Hände verlagern, anderen Fuß nachziehen, dann kniende Haltung einnehmen, erst jetzt Gewicht von den Händen auf knie verlagern.

typische Fehler: eine Hand am Boot - eine Hand am Ufer / Steg usw.; Gewicht nicht auf die Hände am Süllrand verlagert;

Aussteigen: genau in umgekehrter Reihenfolge.

  mit dem Boot vertraut machen

Um Vertrauen zum Boot zu gewinnen (z.B. wenn man dieses Boot noch nicht gepaddelt ist), Oberkörper gerade über dem Boot belassen, aus der Hüfte den Canadier aufschaukeln. Das vermittelt ein gewisses Gefühl für das Boot, ein kleiner Wackler treibt nicht gleich Angstschweiß auf die Stirn. Man fühlt sich einfach sicherer.

 

  knien im Canadier

kniende Körperhaltung: bietet optimalen Bootskontakt, niedrigen Schwerpunkt, optimale Bewegungsmöglichkeiten mit dem Oberkörper und sehr viel Sicherheit. Der Paddler hat eine solide 3-Punkt-Auflage im Boot. Nachteil: An den überstreckten Spann des Fußes muß man sich gewöhnen. Wichtig hierbei: sehr weiches Schuhwerk, besser noch weiche Sandalen oder barfuß. Stabile Wanderschuhe sind hier völlig fehl am Platz.

Eine Kniematte erhöht den Komfort beim Paddeln erheblich und kann auch an Land als Sitzunterlage usw. dienen. Eine dickere halbierte Isomatte aus Eva-Schaum leistet gute Dienste.

 

 

sitzen im Canadier

sitzende Körperhaltung: kann bei längerer Zeit im Boot eine entspannende Alternative sein. In Verbindung mit einer Fußstütze im Boot läßt sich auch in dieser Position die Vortriebskraft optimal auf das Boot übertragen. Die Bewegungsmöglichkeit des Oberkörpers ist hier allerdings etwas beschränkter. Die an den Süllrand gedrückten Oberschenkel vermitteln in Kombination mit Hinterteil und Füße einen guten Bootskontakt. Der Schwerpunkt ist aber insgesamt etwas höher. So wird man sich in Booten mit wenig Anfangsstabilität etwas weniger sicher fühlen.

Körperhaltung beim Paddeln

Körperhaltung beim Paddeln: In einer Embrio-Haltung läßt es sich schlecht paddeln. Also, den Oberkörper strecken, die Arme sind und bleiben beim Paddeln ebenfalls gestreckt. Die Kraft zum Vortrieb kommt aus der Rotation des gesamten Oberkörpers. Die Arme dienen nur zur Übertragung der Kraft. vergessen Sie alle Geschichten, die irgendwelche Hebelwege (z.B. Schafthand ist das Lager, die Griffhand drückt das Paddel nach vorn) beschreiben. Beim Vorwärtsschlag windet spannt sich der Körper (ähnlich einer Torsionsfeder), das Paddel wird im Wasser verankert (Catch), der Oberkörper mit dem daran hängenden Boot wird zum verankerten Paddel hingezogen, die Torsionsfeder (Oberkörper) entspannt sich.

so lieber nicht - Schaum statt Vortrieb

Catch bedeutet die Verankerung des Paddels im Wasser. Am Paddelblatt muß sich ein Druck aufbauen, der das Paddel gut im Wasser hält. Das Blatt sollte komplett eingetaucht sein. Nach einem kurzen "Anziehen" des Paddels baut sich Druck am Blatt auf, der Paddler zieht sich zum Paddel hin. Was hier etwas trocken beschrieben wird, ist in der Praxis eine flüssige, intuitive Bewegung. Der optimalen Verankerung des Paddels kann man sich durch Übung und gute Technik immer weiter nähern, den Idealfall (ohne Schlupf zu paddeln) wird man nicht erreichen.

Foto: mit übertriebenem Kraftaufwand kann sich kein Druck aufbauen, bei einem guten Catch sind am Paddel keine Wirbel und Wellen zu sehen